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Ein schlechter Abklatsch von "Battle Royale", auch wenn die Autorin der Buchvorlage steif und fest behauptet, sie habe vor der Vollendung ihrer 3teiligen Buchreihe noch nie von Battle Royale gehört ~ Ja, genau, und so ein Riesenkult geht auch vollkommen an einem vorbei, wenn man an Verlage schreibt, das Manuskript durch zig Hände geht, Lektoren etc. ~ NIEMANDEM ist es aufgefallen und niemand hat der lieben Frau Collins verraten, dass ihre Idee schon 1999 von den Japanern verfilmt wurde, und ein weltweit-erfolgreicher und bekannter Kultfilm ist. Ja nee, is klar.

Wer die Story noch nicht kennt: Im Grunde geht es um n Mädel, das anstelle ihrer Schwester den Hungerspielen als Tribut beitritt. Nachdem die Welt im Krieg lag, wurde nach Friedensschluss alle Distrikte dazu verpflichtet jährlich einen Jungen und ein Mädel zwischen 14 und 18 als Tribut zu stellen. Jedes der 12 (? glaub, es waren 12) Distrikte stellt also 2 Personen, und die müssen sich alle niedermetzeln, bis entweder nur noch eine Person, aus einem Distrikt überlebt, oder beide Person aus dem selben Distrikt. Joa~ natürlich gibts dann wieder große Liebe zwischen männlichem und weiblichen Tribut und alles ist ganz dramatisch, und Liebe zwischen Eingeweiden und abgemetzelten Kindern/Jugendlichen.Warum das gemacht wird? Na um dem Leid des Krieges zu gedenken. Ganz logisch, oder? *roll eyes*

Die erste Hälfte des Films passiert so gut wie nichts. Die eigentlichen Hungerspiele (die glaub ich so heißen, weil der Name der Tribute aus einer Lostrommel gezogen werden - die Leute, die am meisten essen, deren Name ist häufiger als 1 mal in der Trommel, und somit die Chance ausgewählt zu werden höher. Wer hungert, hat bessere Chancen nicht als Tribut zu enden) - also die eigentlichen Hungerspiele beginnen erst, als der halbe Film schon vorbei ist. Außerdem sind die Leute, die sterben größtenteils 2dimensionale Namenlose, die keinerlei Rolle spielen. Bei Battle Royale ist dies VIEL intelligenter gelöst, da dort alle Jugendlichen aus einer Klasse stammen und die Problematik des Tötens VIEL krasser dargestellt wird, da persönliche Bindungen bestehen und eine gemeinsame Vergangenheit.


Die Hälfte kreppiert schon bei der Waffenverteilung ~ dann kommen twilightähnliche Wald-romanzen, bis das ganze ein grausam-schnulziges und komplett dämliches UND vorhersehbares Ende nimmt...

Alles in allem, war der Film das, was ich erwartet habe. Ein Battle-Royale-Abklatsch, der völlig an der eigentlichen Grundproblematik "Würdest du deine Moral über deinen Überlebensinstinkt stellen können?" vorbeischießt. Viel mehr scheint es den Produzenten darum zu gehen, eine Romanze völlig dezuplazieren und in ein möglichst heikles und abstraktes Umfeld zu packen, um eine Verschärfung des Romeo-und-Julia-Effektes zu erreichen. Dass das ganze dadurch aber mehr als geschmacklos wirkt, scheint nicht zu stören.

Das einzige, was man dem Film positiv anrechnen kann, sind einige, wenige Rollen, wie die Distrikt-Obertussi, die die Verlosung leitet. Der Rest: stereotypische Helden und Böse. Schwarz und Weiß ohne Grau.

2/10